Nach Hause telefonieren / Kommunikation aus dem Einsatz verbessern

Wir haben im Bundestag eine interfraktionelle Arbeitsgruppe gegründet, die Vorschläge zur Verbesserung der Kommunikation aus dem Auslandseinsatz nach Deutschland erarbeiten soll. Dabei bin ich auf Eure Hinweise angewiesen. Wie können die Kommunikationsmöglichkeiten (per Telefon, Skype, Internet, etc.) aus Afghanistan und anderen Einsatzgebieten nach Deutschland verbessert werden? Welche konkreten Änderungen sind dringend notwendig?

Bitte sammelt eure Hinweise und Verbesserungsvorschläge über die Kommentarfunktion (siehe unten). Falls die Informationen nicht öffentlich im Netz stehen sollen, könnt ihr sie mir auch gerne per E-Mail: lars.klingbeil@bundestag.de zu kommen lassen.

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18 Antworten auf Nach Hause telefonieren / Kommunikation aus dem Einsatz verbessern

  1. Pingback: Bendler-Blog » Blog Archive » Persönliche Kommunikation aus dem Einsatz - Was muß besser werden?

  2. Richard Klock sagt:

    Sehr geehrter Herr Klingbeil,

    die Lösung wäre meiner Meinung nach denkbar einfach, wenn man im BMVg bereit wäre die völlig überteuerten Kooperationsverträge mit den örtlichen oder nationalen Anbietern aufzukündigen und den Soldaten zu gestatten, die Kommunikation durch eigene Kräfte via Satellit zu betreiben.

    Das ist technisch möglich und könnte den Soldaten eine kostenlose Kommunikation gestatten. Warum z.B. Soldaten der Infanteriekompanien in Kundus, die jeden Tag ihr Leben riskieren und in Gefechte verwickelt werden, für ein Telefonat in die Heimat zahlen müssen, geht über mein Verständnis eines Staates der seine Männer in ein Kriegsgebiet schickt hinaus. Das betrifft im übrigen auch die Feldpost vom Einsatzland in die Heimat.

    Zur oben beschriebenen Kommunikation könnte auch auf wirksamere Weise ein Abhören durch Feindkräfte verhindert werden.

    Mit freundlichen Grüßen

    Richard Klock

  3. Sven sagt:

    Relativ einfach: Internetzugang und Telefonie für alle kostenfrei oder zumindest zu einer günstigen Flatrate. Für mich zählt das als wesentlicher Bestandteil der Soldatenfürsorge.
    Da die Lager sehr groß, Räumlichkeiten und Büros (und damit Privatspähre) zumindest für die einfachen Soldaten aber eher Mangelware sind, finde ich das Konzept mit den Mobiltelefonen und Internet über W-LAN sehr gut. Die Sim-Karten dafür gibt es ja auch inzwischen – aber halt für den entsprechenden Preis.

    Das nächste ist die Bandbreite. Bei kbimpuls war es abends nahezu unmöglich, überhaupt zu surfen. Wie das jetzt bei Connect-D (dem neuen Vertragspartner) ausschaut, kann ich nicht sagen.
    Da es sich aber bei beiden (kpimpuls und Connect-D/Astrium) um Wirtschaftsunternehmen handelt, wird von deren Seite aus nicht viel vom Preis zu machen sein. Da wird der Staat knallhart verhandeln und das eine oder andere zahlen müssen.

    Und vergesst bitte nicht die kleineren Lager! Feyzabad z.B. hat nur ein kleines heruntergekommenes Internetcafe – und keine Telefonanbindung (lediglich Diensttelefone). Und dort sind meines Wissens nach immerhin noch rund 200 Soldaten stationiert. Genauso sollte man eine Lösung für das OP North finden. Viele Soldaten aus Mazar, die ich kenne, haben weit über die Hälfte ihrer Einsatzzeit dort verbracht und konnten dadurch kaum Kontakt nach Zuhause halten. Wobei ich Gerüchte vernommen habe, dass Connect-D auch dort unten etwas aufgebaut hat (stimmt das?).

    Der Kontakt nach Deutschland ist essentiell – manchmal sogar weniger für die Soldaten, sondern mehr für die Frauen, Kinder und Freunde/innen. Denn ohne Kontakt lebt es sich schneller auseinander, als man denkt.

  4. Steffen Voß sagt:

    Könnte man nicht WLAN per Freifunk in den Lagern verteilen (und ggf die Umgebung teilhaben lassen) – Das kann man ja über getrennte Leitungen laufen lassen. Muss ja nicht über die Einsatzrechner gehen ;-)

  5. Gaby sagt:

    Ich schließe mich den vorhergehenden Antworten an, ich finde es sehr fragwürdig, das die Soldaten auch noch für Telefon, Internet und Post zahlen müssen. Ich denke wenn man als Bundesrepublik Deutschland Geld für einen Auslandseinsatz der Bundeswehr aufbringt, sollte gerade an denen die die Beschlüsse der Bundesregierrung “ausbaden” müssen, den Soldatinnen und Soldaten, nicht sparen.
    Im Übrigen ist die Internetverbindung zwischen dem Lager in Novo Selo (Kosovo) und der Heimat meistens störungsfrei möglich.
    Eine generelle Anmerkung meinerseits an alle Bundestagsabgeordneten, man sollte sich auch einmal um die allgemeine Berichterstattung zur Lage im Kosovo Gedanken machen. denn auch dort sind mehr als 1000 Soldaten stationiert, aber irgendwie findet das in der Presse nicht ansatzweise statt. Man kann im Bundestag nicht eine Verlängerung des Einsatzes beschließen, dann aber die dort stationierten Soldaten und Offiziere schlicht vergessen.

  6. Georg sagt:

    Hallo,
    oder machen wir es doch einfach so wie unsere Nachbarn (Ösiland).
    Telekomanbieter darf einen Mast setzen,Werbung machen und dafür dürfen die Soldaten zu den landestypischen Kosten telefonieren.. Narürl.mit einer Übertragung,dass theoretisch jeder zur gleichen Zeit telefonieren kann. Und zum Thema abhören können die Profis eh mehr sagen,was da geht und was net…

  7. Mike sagt:

    Schade zu viele schreiben hier und denken AFG ist gleich DEU. Die Telekommunikationsinfrastuktur wird genauso wie die Frequenzhoheit in AFG durch die Kommentatoren negiert. Schade – techn. alles machbar aber eben nicht für lau und eben nicht ohne die AFG Frequenzfreigabe für Mobilfunk und WLAN und das finden Roshan und AWCC nicht so prickelnd. Achja Mibilfunktürme bauen prima Idee und wo endet dann das Kabel unter den Türmen, wo steht die Server und Vermittlungstechnik.

  8. RLG sagt:

    Hallo Lars,
    anstatt lange zu diskutieren wäre es der schnellste und einfachste Weg die US-Streitkräfte zu fragen wie die es hinbekommen sogar in kleineren und abgelegenen Feldlagern den Soldaten das kostenlose Skypen zu ermöglichen. Vielleicht manchmal nur mit kleiner Anzahl an Rechnern, aber es geht. WLAN ist meist möglich, Telefonieren ist immer kostenlos. Und die haben die anscheinend so verzwickten technischen Details und rechtlichen Bedenken doch auch gelöst! Warum braucht man dafür eine Arbeitsgruppe? Was soll die Bundeswehr oder der Blog hier an Neuem hervorbringen? Und zur Informations- / Lagegewinnung empfehle ich den Wehrbeauftragten, der hat dieses Thema schon seit dem KOSOVO-Einsatz (das war noch VOR AFG) immer wieder bemängelt.

    DAS sich etwas ändern muss impliziert doch bereits die Einrichtung der o.g. Arbeitsgruppe.
    Die Frage ist doch nur ob man das will oder nicht.
    Ausdruch politischen Willens ist das Ausgeben von Geld! (oder das Einrichten einer Arbeistgruppe die das Problem erst mal 2-5 Jahre beleuchtet…)

  9. Jens sagt:

    Soweit ich weiß, wird die Betreuungskommunikation bei den US-Streitkräften durch die USO gewährleistet, die “United Services Organization”. Die USO ist allerdings gar nicht Bestandteil der Streitkräfte, sondern eher eine private, spendenfinanzierte Stiftung.

  10. OLt Nadir Attar sagt:

    Sehr geehrter Herr Klingbeil,

    ihre Initiative ehrt Sie persönlich, für die Abgeordneten des deutschen Bundestages ist es jedoch in meinen Augen fast schon als blamabel zu bezeichnen.

    Immerhin sind die Mängel, welche den Soldaten die Kommunikation nach Hause zu schaffen machen, nach rund 20 Jahren Auslandseinsätzen der Bundeswehr allenthalben bekannt. Sie werden ständig, beispielsweise bei Truppenbesuchen oder in Wehrbeauftragtenberichten, angesprochen, dennoch scheint es zu keinen adäquaten Lösungsansätzen zu kommen. Stattdessen werden immer und wieder Arbeitsgruppen gebildet, die kaum zur Lösung des Problems beitragen.

    Bitte haben Sie daher Verständnis dafür, dass ich Ihrer Aktion mit großer Skepsis gegenüberstehe. So wird wohl auch kurz- und mittelfristig den Soldaten der Bundeswehr nichts anderes übrig bleiben, als neidvoll auf die Lösungen anderer Streitkräfte zu blicken. Würde man diesen erzählen, dass man vom Staat in gefährliche Auslandseinsätze geschickt wird und der gleiche Staat zudem noch eine kostenpflichtige Kommunikation nach Hause verlangt, sei es telefonisch oder postalisch, so hätten sich diese wohl schon längst weiteren gefährlichen Missionen verweigert.

  11. Jan Dark sagt:

    Die billigste und militärisch richtige Lösung wäre, die Soldaten aus Afghanistan sofort zurückzuholen. Wie die Kanadier es uns vorgemacht haben, die keine Probleme mehr mit Telefongebühren haben). Militärisch hat die Truppe versagt: 10 Jahre Sieglosigkeit! Noch nie seit Bestehen der SPD ist eine Kapitulation so lange heraus gezögert worden, wie in Afghanistan.

    Die Bundeswehr hat gezeigt, dass sie im NATO-Verbund in 10 Jahren nicht in der Lage ist, einen Angriffskrieg zu gewinnen. Das Beschützen des korrupten Präsidenten Karsai und seiner Regierung hat nichts mit dem Verteidigungsauftrag der Bundeswehr zu tun, wie Herr Struck uns weiss machen wollte.

    Wir haben über 6 Mrd. € Steuern verballert ohne greifbares Ergebnis. Die Bundeswehr wird ehrlos dort abziehen. Für die Bevölkerung wird es eine Erleichterung sein, da dann die Massentötungen durch die Bundeswehr wie in Kunduz aufhören.

    Das einzige messbare Ergebnis ist, dass die Opium-Ernte von 150 Jahrestonnen unter den Taliban auf 8.500 Jahrestonnen 2008 unter der NATO gesteigert werden konnte, wie die UN regelmäßig berichtet.
    (Siehe Statistik auf Seite 2 des UNODC-Verkaufsprospektes:
    http://www.unodc.org/documents/crop-monitoring/Afghanistan/Executive_Summary_2011_web.pdf)

    Diesen Opiumhandel sollen wir jetzt noch durch Übernahme der privaten Telefongebühren des Bewachungspersonals finanzieren? Seit der Bewilligung der Kriegsanleihen 1914 hat die SPD offenbar militärisch nichts dazu gelernt. Nie wieder Krieg ohne uns?

    • Sven sagt:

      Herr Dark,

      von welchem “Angriffs”-krieg sprechen Sie? Ich habe dort unten keinen gesehen. Aber Sie werden das aus der Ferne sicher besser wissen, als die vielen, die vor Ort waren!
      Und ich kann Ihnen sagen: Jeder Zivilist dort unten, mit dem ich sprechen konnte, hatte Angst vor den Taliban und deren Vergeltungsaktionen – nicht vor uns.

      Ihre Statistiken sagen übrigens auch, dass über 80% der zivilen Kriegstoten durch die Taliban verursacht werden. Ok – selbst die verbleibenden 20% sind zu viel. Aber diese sind, im Gegensatz zur Gegenseite, nicht gewollt!

      Das einzige, womit Sie leider Recht haben ist die korrupte Elite. Wobei man dort aber einfach keine westlichen Massstäbe ansetzen kann und darf (schonmal fremde Kulturen bereist?). Der Rest ist fehlgeleitetes Schwarz-Weiß-Denken.

      Und nun zurück zum Thema. Am Besten werden der Eintrag des guten Herrn “Dark’s” und dieser hier gelöscht – nicht aus Zensur, sondern einfach Aufgrund der Themaverfehlung.

  12. Koffer sagt:

    Ob wirklich alle Kommunikation (also Feldpost, Telefon und Internet) wirklich vollkommen kostenlos sein, müssen da habe ich meine Zweifel.

    Die ,55 bzw. ,45 für eine reguläre Briefmarke finde ich durchaus angemessen.

    Aber beim Telefon und beim Internet sollte es entweder mit Deutschland vergleichbare Preise geben. Oder wenn dies nicht finanzierbar ist, dann zumindest ein wöchentliches Freikontingent von Minuten fürs Telefon und MB fürs Internet.

    Wichtig ist aus meiner Sicht aber vor allem, dass √or allem auch in den kleineren Lagern und (natürlich in eingeschränktem Umfang) auch in einem (längerfristigen) OP etwas geht.

    Die Erfahrung zeigt doch, dass die Herren im HQ oder im RC (jetzt mal im ISAF Sprachgebrauch) sehr schnell angemessene Anbindung haben, die Kampftruppe in der Peripherie, aber ins Gras beißen muß (und in diesem Fall ja sogar gleich doppelt :( ).

  13. Martin Breuer sagt:

    Es gibt kommerzielle Lösungen für Internet per Satellit, z.B. http://www.ts2.pl/en/Internet-in-Iraq-and-Afghanistan

  14. Stefan sagt:

    Auch meine Empfehlung: Wehrbeauftragter fragen und dann dem BMVg im Verteidigungsausschuss die Standard-Ausreden austreiben. Somit kann man sich viele AG-Sitzungen sparen – und vielleicht doch etwas bewegen. Wenn Sie sich nicht (auch) vom BMVg anlügen lassen.

  15. rico sagt:

    Lesen Sie doch einfach den Bericht des Wehrbeauftragten und erkundigen Sie sich über laufende Eingaben zu diesem für die Jungs und Mädels vor Ort nicht nur zur Weihnachtszeit wichtigen Thema. Lassen Sie sich als Abgeordneter ruhig die Stellungsnahmen des BMVg und die Pläne zur Beseitigung dieses für eine moderne Armee im Einsatz überaus peinlichen Sachverhaltes darstellen. Achten Sie darauf, dass die Marine nicht auftauchen wird. ATALANTA und UNIFIL mit zum Teil bis zu 21 Tagen in See werden von den laufenden und geplanten Vorhaben zur Verbesserung der Betreuungskommunikation nicht abgedeckt. Wenn Sie mal 100 Leute vor einem Telefoncontainer Schlange stehen sehen wollen, fahren Sie nach Djibouti… minimale Datenübertragungsrate, saumäßige Qualität, im voraus mit PrePaidCard bezahlt und im Minutentakt abkassiert – aber dafür gibt es ja AVZ ;-((( und wenn Sie endlich dran sind, fällt der Strom aus oder der Bus für die Rückfahrt zum Schiff steht vor der Tür!
    Gehen Sie an Bord von Schiffen anderer Nationen finden Sie Internet auf der Kammer und Telefon hat man Dank IRIDIUM und anderen SatCom Anbietern auch. Selbst im Flugzeug bekommt man so was heute bezahlbar hin…
    Zusammengefasst – die Betreuungskommunikation ist insbesondere auf Schiffen der Marine mehr als verbesserungswürdig! Die situation macht die Streitkräfte nicht attraktiver und viele Probleme können im Einsatz auch mal schnell mit einem Anruf oder per Skype gelöst werden.

  16. jobst sagt:

    was nützen die ganzen sprüche und vorschläge wenn sich der dienstherr nicht darum kümmert. er trägt die verantwortung für das wohl seiner unterstellten oder sollte man sagen seiner untergebenen, mit allen gedanken die man dabei haben kann.
    weihnachten ist nur einmal im jahr und das weiss jeder, dass ein vater oder mutter aber noch nicht mal seine seine kinder sehen kann betrifft ja diejenigen, die den hintern am heimischen ofen wärmen absolut nicht. dazu kommt noch dass es der dienstherr noch nicht mal organisiert bekommt die weihnachtspakete der soldaten pünktlich zuzustellen. promotionveranstaltungen sind ja wichtiger, mal kucken fliegen nach kunduz.
    zu allerletzt noch eine frage; kassiert connect-d in afg die die mehrwertsteuer? in den agb ist es so ausgewiesen. lt gesetzbraucht man sie ja nicht abzuführen, schafft bei 5000 mal connect-d karte noch mal ordentlich.

  17. Lars Klingbeil, MdB sagt:

    Ich möchte mich heute an dieser Stelle gerne bei allen Bedanken, die sich hier in die Diskussion mit eingebracht haben. Sie alle haben zu einem guten Gelingen dieses Vorhabens beigetragen.

    Nach mehreren Monaten intensiver und konstruktiver Gespräche der eingesetzten interfraktionellen Arbeitsgruppe, freue ich mich, dass wir gestern einen Antrag im Plenum beschließen konnten. Einen Antrag der von fasst dem ganzen Parlament unterstützt wurde.

    Nun hoffen wir, dass die Bundesregierung den Antrag schnell umsetzt und zu einer besseren und zeitgemäßen Kommunikation unserer Soldatinnen und Soldaten beiträgt

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